Komposition - Konzerte - Malerei - Grafik

Merry Christmas

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Songs:

 

!.   O Heiland, reiß die Himmel auf

II.)  Maria durch ein' Dornwald ging

III.) Das alte Jahr vergangen ist

edition-gerung: Komposition - Konzerte - Malerei - Grafik

Die edition-gerung wurde im Jahre 2000 von dem Komponisten Hans-Jürgen Gerung  im Bestreben gegründet, neue Kammermusik sowie moderne Grafik & Malerei, Literatur und/oder Video-Art dergestalt miteinander zu  verflechten, dass etwas untrennbar Neues entsteht. Zahlreiche Kompositionen sind beispielsweise durch aufwendige Grafiken ergänzt deren Projektion während der Performance die Wahrnehmung durch den Rezipienten entscheidend beeinflussen - die Bilder selbst werden wiederum durch die Musik in ihrer eigenen visuellen Aussagekraft stark manipuliert.

Zahlreiche Werke für Laute & Gitarre in verschiedensten Besetzungen, sowie sorgfältig mit Quellen oder Urtextausgaben versehene Bearbeitungen erweitern den Kanon - hervorgehoben sei hier die illustrierte Gesamtausgabe der Lautenwerke von Johann Sebastian Bach, eingerichtet für 10-saitige Gitarre aus dem Jahr 2006.

Neben einem Label mit ausgesuchter Neuer Musik für Gitarre und Laute geben ständig aktualisierte Galerien mit Fotos von Exponaten u.a. aus Malerei und Grafik sowie Audio- und Videofragmente weiteren Einblick in das aktuelle Schaffen.



 

Gerung-Arts&Music

upcoming release october 1th

ULTIMA RARA

The Bussotti-Circle

Guitar-pieces from Luigi Esposito, Mai Fukasawa, Hans-Jürgen Gerung, Hidehiko Hinohara

and

Sylvano Bussotti

 

Guitar & voice: Hans-Jürgen Gerung

Booklettext: Luigi Esposito

 

Recension: Prof. Andrea Bedetti

 

 

 

Hommage an die mystische Körperlichkeit von Sylvano Bussotti

Professor Andrea Bedetti

www.musicvoice.it

 

Die Figur des Sylvano Bussotti gilt aufgrund ihrer erstaunlichen Vielseitigkeit als eine der faszinierendsten und problematischsten der gesamten Musikgeschichte des späten zwanzigsten Jahrhunderts. Die Tatsache, neben einem der größten Musiker unserer Zeit, auch Maler, Dichter, Romancier, Theater- und Filmregisseur, Schauspieler, Sänger, Bühnenbildner und Kostümbildner zu sein, stellt sein Werk als titanisches Labyrinth dar, in dem man Gefahr läuft, sich zu verlieren oder besser gesagt schon verloren ist. Diese Tatsache zwingt den Kritiker und jeden, der sich seinen Werken nähert, vor ein Problem der Bewertung und Interpretation, da die sonst gültigen Gesetze der Hermeneutik[1] nicht anwendbar sind. Es ist also nicht riskant zu sagen, dass die Größe des Florentiner Künstlers in einer absoluten Bedeutung seiner Botschaft liegt, die jedoch immer schwer fasslich bleibt. Ein immerwährender Aal also, der allen archivarischen Versuchen, das Erschaffene ab und an zu inventarisieren gleichermaßen entflieht, wie er auch einem [künstlerischen] Prozess der Rekreation entgleitet.

Die musikalische Arbeit von Bussotti konzentriert sich genau auf diese künstlerische Sphäre, wobei darauf geachtet wird, die Türen offen zu halten, um andere Ideen, Konzepte und Vibrationen anderer Sphären zu betreten … und wieder zu verlassen. Genau diese offenen Türen bieten die Fähigkeit, verschiedene lexikalische Instanzen, verschiedene Sprachen, verschiedene, in vielen Formen gesetzte Idiome zu kommunizieren, (ein Vergleich mit der mathematischen Mengenlehre mag hier helfen) um ihr ästhetisches Manifest als einen der wenigen Siege des Menschen gegen den Fluch des Babylonischen Turmes  zu betrachten.  Und gerade diese besondere Fähigkeit Bussottis, allem Verschiedenen [durch seine Integrationskraft] in derartiger Fülle, gemeinsames Leben und gemeinsamen Körper zu verleihen, lebt weiter in [seinen] Studenten, [Mit]musikern, Bewunderern in jenen molekularen Zellen die man der bussottianische Vision zurechnet. 

 

Hier, als idealer Tribut an Maestro Bussotti, (der in den letzten Tagen seinen siebenundachtzigsten Geburtstag feiern durfte) ein [neues] Album, mit sechs Werken für Gitarre bzw. für Gitarre und Sprechstimme,  aufgenommen von dem deutschen Komponisten und Gitarristen Hans-Jürgen Gerung. Zwei der Arbeiten sind von Bussotti selbst, Ermafrodito und Ultima Rara, und die anderen vier entstammen der einzigartigen Vielfalt von Musikern aus dem [ehemaligen] Studenten[kreis] des Florentinischen Meisters, bzw. dem enthusiastischen [Zirkel] seiner Bewunderer. Mit Ausnahme der Komposition Ultima Rara, wurden alle Werke bei den [verschiedenen] Komponisten in Auftrag gegeben vom internationalen festival forum für neue musik – oberstdorf. Das Album beginnt mit der fünfteiligen Suite wanted, für Gitarre (Gitarre, klassische Gitarre, und E-Gitarre) von Luigi Esposito. Esposito darf eher als Mitarbeiter oder enger Freund, denn als Schülers Bussottis gelten. Und, nebenbei bemerkt - Esposito ist auch Autor einer jener Biographien,  denen es am ehesten gelang, der Figur Bussotti sehr nahe zu kommen. Espositos Schrift gelang dies, weil er Bussotti (im etymologischen Sinne) selbst zum Zeugen seiner [Lebens]handlungen berief. Danach folgt Declarative Belfry - fünf Variationen für Sologitarre über ein ursprünglich für Viola, Kontrabass und Gitarre geschriebenes Werk der japanischen Pianistin und Komponistin Mai Fukasawa. Mit den sieben Miniaturen Fantasmi nella Foresta – präsentiert Hans-Jürgen Gerung ein eigenes Werk für Gitarre allein und im Cigno Pesarese des japanischen Künstlers Hidehiko Hinohara arbeitet er über eine Partitur die ursprünglich für eine oder mehrere Klarinetten konzipiert war. Die Botschaft, die Gerung [mit] dem Album geben wollten, ist [sogleich] klar im Titel erkennbar – Der Bussotti-Kreis. Es ist der Kreis derer die [sich] erkennen in der bussottianischen Einzigartigkeit. Es ist die Idee der Zirkularität die, von einem Einzelnen gegründet, sich auf Andere/Einzelne bezieht, und die auch auf andere abstrahlt und sie beteiligt. Ein Spiegel also, der Einzigartigkeit und Autonomie garantieren kann. (Es ist ein [Album]Titel, der gleichzeitig auch an einen anderen ganz Großen aus dem Bereich der Poesie erinnert,  –  nämlich an den deutschen Barden Stefan George und an die strahlende Emanation[2] seines, aus Ministranten, Bewunderern und Nachfolgern bestehenden Kreises in Vision, Ästhetik und Poesie.)

Gerung nahm daher mit voller Kapazität die Form eines musikalischen Gastgebers an, schlug neue Seiten für sein Instrument auf, adaptierte für die Gitarre und sah sich als direkte Emanation der bussottianischen Konzeption. Und er gibt mit anderen [neuen] und verwandelten Klängen die allumfassende Klangidee des Florentiner Meisters an diesen zurück. Das eröffnende Stück des Albums, wanted von Luigi Esposito könnte als strittige "Stilübung" bezeichnet werden – als eine Art "Intavolatura-Blues" (der sofort Erinnerungen an den Sound der Doors von Jim Morrison hervorruft, und damit auch konsequenterweise an die Doors of Perception des Aldous Huxley. Beide hinterließen ja einen unauslöschlichen und [sonderbar] un-andächtigen Eindruck) in dem die drei verschiedenen Klangfarben der Gitarren zum Sinnbild werden für so viele "Ein- und Ausgangstüren". (Bussottis Musik, andererseits - kehren wir [für einen Augenblick] zurück zur Mengenlehre -  ist ein ununterbrochener Ablauf  von einem Seelen-, Klang-,  Rhythmus-  und Empfängniszustand  zum anderen). Die fünf Variationen von Declarative Belfry transformiert Gerung mit den Saiten [seiner] Gitarre dergestalt in eine akustische Skizze, dass diese mit ihren Klängen das Hören und den Verstand des Zuhörers festhält, - ein sich immer veränderndes Bild hinter einer falschen Trostlosigkeit verbergend. Auf einem ganz anderen Ankerpunkt der bussottianischen Lautpoesie ruhen die Fantasmi della Foresta; - nämlich auf dem Element der Erinnerung an die Kindheit (dies wird später noch in Ultima Rara erkennbar). Konkret sind es Erfahrungen und Erlebnisse des in Deutschland lebenden Gitarristen und Komponisten an einen Wald im Allgäu. Diese Erinnerungen nehmen die Konturen einer Vergangenheit an, die sich weigert, solche zu sein, um die Idee einer Gegenwart im Laufe der Zeit verewigen zu lassen. Erneut findet sich hier die Magie der "Passage", [oder] des "Überquerens", des Öffnens einer Tür, des Schließens einer anderen und umgekehrt. Il Cigno Pesarese ist ein Tribut an die Einzigartigkeit Rossinis. [Quasi] mittels einer Wiederbelebung werden durch Hidehiko Hinohara die theoretischen Positionen barocker Ästhetik aus der Affekten-Lehre transmutiert. Und diese verschiedenen Stimmungen werden in Lautsymbolen konzentriert und vermittelt und je nach Willen des Interpreten ausgeführt. Es [entstehen] Stücke eines Dominos in ständiger Evolution; [wie] eine Klang-DNA, die sich dem Ergebnis eines Würfelwurfes anpasst, der wiederum durch die Sensibilität eben jener Person geprägt ist, die den Klang [auch] selbst ausführt.

Und dann Bussotti selbst. Wenn es ein musikalisches Poster gibt das den Florentinischen Meister als konkretes Bild im Klang eines Instrumentes realisiert und sich biologisch auf eben die Figur des Sylvano Bussotti bezieht, so ist es die Komposition Ermafrodito, in Auftrag gegeben von Hans-Jürgen Gerung selbst. Es ist die Vorstellung einer Pangeschlechtlichkeit, die nicht nur auf die [historische] Bedeutung des Hermaphroditen Bezug nimmt, sondern auch auf den Mythos des Teiresias. Als Geschenk von Zeus wurde diesem die Möglichkeit gegeben, sowohl die Männlichkeit, als auch die Weiblichkeit zu erleben und zu erfahren – wobei dem Teiresias letztlich die Weiblichkeit als das Geschlecht seine Wahl erschien. Auf diese Weise wird die Gitarre aktives und passives Instrument. Sie wird Erzeugerin von Klängen und gleichzeitig Behältnis weiterer Töne (vor der Ausführung jedes der sieben Sätze, rezitiert Gerung jeden Satztitel den er sogleich ausführen wird - und materialisiert auf diese Weise die männliche Komponente, die sich dem Weiblichen, nämlich der Gitarre selbst, anschließt). Ermafrodito ist die Quintessenz der „mystischen Körperlichkeit“. Es ist genau diese Kunst, für die Bussotti einzigartig ist. Es ist die [Voraus]ahnung jenes Zustandes, in dem Sinnlichkeit und Leidenschaft für den Körper die eigene Seele erheben und [die Körperlichkeit] so in ein Motiv der Kreativität verwandeln. Bussotti ist ein Aleister Crowley, der nicht geliebt zu werden benötigt, der aber dennoch weiß, wie man liebt. Er ist derjenige, der physisch seine Kunst schafft, [gerade wie] ein neuer Faun in der Anlehnung an Mallarmé. Wer weiß wie man liebt, der lebt die Kunst in einem Alltag, der in eine stete Abfolge von Momenten aufgeteilt ist. Das sind zeitliche Fragmente an sich, die fähig sind, die von der westlichen Linearität gegebenen Muster zu durchbrechen. Und der Höhepunkt dieses Prozesses ist genau Ultima Rara. Ein wertvolles und unausweichliches Albumblatt, ausgelegt für eine einzelne Gitarre oder drei Gitarren, das (?) den Zyklus von verschiedenen Raras beschließt. (Rara fußt auf einem Akronym für „Romano Amidei Romano Amidei“ - Namen und Nachname eines der wichtigsten Begleiter im Leben Bussottis). Gerung umschließt mühelos mit einem Instrument die kompositorische Linie dreier Gitarren der Partitur und deren üppige Polyphonie. Die Sprechstimmen wurden kreisförmig mit einem Dolby-Surround-Effekt aufgenommen und dann der Gitarrenstimme überlagert. Um diesen Effekt vollständig zu genießen empfehle ich dringend das Werk über Kopfhörer zu hören. Nur wenige bussottianische Kompositionen, haben die Kraft, die präzise und aufregende Ästhetik des Florentiner Künstlers derart mit kontinuierlich wiederkehrenden Gefühls-Clustern zu fesseln [wie Ultima Rara].  Emotionen sind es, die die Schritte der Geschichte, einer Liebe mit Romano Amidei zeitlich materialisiert (die Stimme durchschreitet die Dimensionen von der Polarität des Leidens bis zur Lust), Eine Geschichte, die ein Kunstwerk wird. Es ist eine Fleischlichkeit, die unbestreitbar  mystischen Geschmack besitzt und jedes und alles umschließt. Die alles glättet und, quasi als letzte Warnung nur durch die mahnende Stimme unterbrochen wird: „und vergiss das nie!“. Das Werk formt unauslöschlich und grausamen tautologisch[3],  leidenschaftlich und sentimental alles, was in Expression ausgedrückt werden kann. [Es ist ein] „nicht mit dir, nicht ohne dich!“ - (dies zieht sich [übrigens] durch die gesamte Kunst von Bussotti, durch all seine Werke. Sein ständiger und erhebender Fortschritt war stets getrieben durch ein starkes Wollen – und er ist damit nie gescheitert.) Bussotti und sein „Kreis“ demonstrieren in diesem Album beispielhaft eine künstlerische Konzeption die sich dem übermenschlichen Unterfangen verschrieben hat, Dinge aufzuzeigen, die anders erscheinen als sie eigentlich sind. Und genau dies zwingt immer dazu, etwas zu begehren (was auch immer es sei) und es [gleichzeitig] abzulehnen - von Anfang an … egal von welcher Form und Substanz es ist. Wenn man darüber nachdenkt, kann dies das Herz der Kunst und ihrer Funktion sein.

Die Aufnahmen wurden mit einer sehr engen Mikrofonierung ausgeführt; diese gibt den Ton der Gitarre in all seiner Dynamik zurück und ermöglicht volle die Entfaltung der Obertöne. Alle Details sind präzise und reich  im Material und die Präsenz der Stimme stört, wenn sie erscheint, nicht die Ausgeglichenheit des Gesamtklanges.

Andrea Bedetti

http://www.musicvoice.it/classical-music-time/recensioni-classical-music-time/5224/tributo-alla-fisicita-mistica-di-sylvano-bussotti/

 

AA.VV. – Ultima Rara-The Bussotti Circle Contemporary Music for Guitar and Voice

Hans-Jürgen Gerung (chitarra e voce)

CD Gerung-Arts&Music

Giudizio artistico 5/5

Giudizio tecnico 4/5

 

 

[1] Hermeneutik = Auslegungslehre von Kunst(Musik)werken und/oder Texten

[2] Emanation = das Hervorgehen aller Dinge aus der unveränderlichen göttlichen Einheit (vgl. Neuplatoniker und Gnostiker)

[3] Tautologie = eine immer wahre Aussage, deren Wahrheitsgehalt nicht abhängt von der Richtigkeit ihrer einzelnen Bestandteile

 

 

 

 

Tribute to the mystical physicality of Sylvano Bussotti

Professor Andrea Bedetti

www.musicvoice.it

 

 

The figure of Sylvano Bussotti is considered to be one of the most intriguing and problematic in the history of music in the late twentieth century due to its astounding versatility. The fact that he is also a painter, poet, novelist, theater and film director, actor, singer, stage-designer and costume-designer alongside one of the greatest musicians of our time, presents his work as a titanic labyrinth in which one runs the risk of losing himself or rather being already lost. This fact forces the critic and anyone approaching his works to a problem of evaluation and interpretation, since the otherwise valid laws of hermeneutics[1] are not applicable. So it is not risky to say that the size of the Florentine artist lies in the absolute meaning of his message, which, however, always remains elusive. A perpetual eel, therefore, that escapes all archival attempts to inventory the created, as well as it escapes an [artistic] process of recreation.

The musical work of Bussotti focuses precisely on this artistic sphere, being careful to keep the doors open to enter and leave other ideas, concepts and vibrations of other spheres. It is precisely these open doors that offer the ability to communicate different lexical instances, different languages, different idioms set in many forms, (a comparison with mathematical set theory may help here), their aesthetic declaration as one of man's few victories against the curse of the Babylonian tower. And it is precisely this special ability of Bussotti to lend all things [through his power of integration] in such fullness, common life and common body, to live on in [his] students, [co-]musicians, admirers and in those molecular cells, which attributed to the Bussottian vision.

Here, as an ideal tribute to Maestro Bussotti, (who was allowed to celebrate his eighty-seventh birthday in the last few days) a [new] album, with six works for guitar respectively for guitar and human voice, recorded by the German composer and guitarist Hans-Jürgen Gerung. Two of the works are by Bussotti himself, Ermafrodito and Ultima Rara, and the other four come from the unique variety of musicians from the [former] student [circle] of the Florentine master, or the enthusiastic [circle] of his admirers. With the exception of the composition Ultima Rara, all works were commissioned by the [different] composers through the international festival forum of contemporary music – oberstdorf. The album opens with the five-part suite wanted, for guitar (guitar, classical guitar, and electric guitar) by Luigi Esposito. Esposito may be considered as an employee or close friend rather than a student Bussottis. And, by the way - Esposito is also the author of one of those biographies that was most successful in getting very close to Bussotti. Esposito's text achieved this, because he asks Bussotti himself (in the etymological sense) to witness his own [life]. This is followed by Declarative Belfry - Five Variations for solo guitar on a work, originally written for viola, double bass and guitar by Japanese pianist and composer Mai Fukasawa. With the seven miniatures Fantasmi nella Foresta - Hans-Jürgen Gerung presents his own work for solo-guitar and in the Cigno Pesarese of the Japanese artist Hidehiko Hinohara he works on a score that was originally conceived for one or more clarinets. The message that Gerung wanted to give [with] the album is [immediately] clearly recognizable in the title - The Bussotti Circle. It is the circle of those who recognize themselves in the Bussottian uniqueness. It is the idea of circularity, which, founded by one individual, refers to others, and which also radiates and participates in others. A mirror that can guarantee uniqueness and autonomy. (It's an [album]title, which at the same time also commemorates another great poet, namely the German bard Stefan George and the radiant emanation of his circle of visionaries, admirers and followers in vision, aesthetics and poetry)

Gerung therefore took full-capacity form as a musical host, opened new pages for his instrument, adapted [works] for the guitar and saw himself as a direct emanation[2] of the Bussottian conception. And with other [new] and transformed sounds, he gives back the all-encompassing sound idea of the Florentine master. The opening track of the album, wanted by Luigi Esposito could be described as a controversial "style exercise" - as some kind of "Intavolatura-Blues" (which immediately evokes memories of the sound of the Doors by Jim Morrison, and consequently also to the Doors of Perception by Aldous Huxley. Both of whom left behind an indelible and uncharacteristically unimpressive impression) in which the three different timbres of the guitars become the symbol for so many entrance and exit Doors. (Bussotti's music, on the other hand - let us return to set theory for a moment - is an uninterrupted flow from one state of mind, sound, rhythm, and conception to another). The five variations of Declarative Belfry transformed by Gerung with the strings of [his] guitar into an acoustic sketch in such a way that it captures the listener's hearing and the mind with its sounds - hiding an ever-changing image behind a false desolation. The Fantasmi della Foresta rest on a completely different anchor-point of the Bussottian sound poetry; - on the Element of Memory of Childhood (this will be seen later in Ultima Rara). Specifically, this are experiences and adventures of the German guitarist and composer to a forest in the Allgäu (a region in South-Bavaria). These memories take on the contours of a past that refuses to exist in order to perpetuate the idea of a present over time. Again, there is the magic of "passage", [or] "crossing", opening a Door, closing another and vice versa. Il Cigno Pesarese is a tribute to the uniqueness of Rossini. By means of some kind of revival-technique, Hidehiko Hinohara transmutes the theoretical positions of baroque aesthetics from the Affekten-Lehre. And these different moods are concentrated in sound symbols and mediated and executed according to the will of the interpreter. There are pieces of a domino in constant evolution; [like] a sound DNA, that adapts to the result of a dice roll, whose impulse is characterized by the sensitivity of the very person who performs the sound itself.

And then Bussotti himself. If there is a musical poster that realizes the Florentine master as a concrete image in the sound of an instrument and that biologically refers exactely to the figure of Sylvano Bussotti, so it is the composition Ermafrodito, commissioned by Hans-Jürgen Gerung himself. It is the idea of a sexual gender not only referring to the [historical] meaning of the Hermaphrodite, but also to the myth of Tiresias. From Zeus, he was given the opportunity to experience both, masculinity and femininity. Finally, femininity appeared as the sex of choice for Teiresias. In this way, the guitar becomes an active and passive instrument - it becomes a producer of sounds and at the same time a receptacle of other pitches and notes (before performing each of the seven movements, Gerung recites every movement title he is going to perform and so he materializes the male component that joins the feminine, namely the guitar itself). Ermafrodito is the quintessence of "mystical corporeality". It is precisely this art for which Bussotti is unique. It is the forerunner of that state in which sensuality and passion for the body elevate one's soul and thus transform [corporeality] into a motive of creativity. Bussotti is an Aleister Crowley who does not need to be loved but who knows how to love. He is the one who physically creates his art, [just like] a new faun in the style of Mallarmé. Who knows how to love, lives the art in everyday life, which is divided into a continuous sequence of moments. These are temporal fragments capable of breaking the pattern, given by Western linearity. And the culmination of this process is precisely Ultima Rara. A valuable and inevitable album sheet, designed for a single guitar or three guitars that (?) concludes the cycle of various Rara-compositions. (Rara is based on an acronym for "Romano Amidei, Romano Amidei" - name and surname of one of the most important companions in Bussotti's life). Gerung effortlessly encloses the compositional line of three guitars of the score (and their lush polyphony) with only one instrument. The human-voices were recorded circularly with a Dolby-Surround effect and then superimposed on the guitar track. To fully enjoy this effect, I’d like strongly recommend listening to audio on headphones. Only a few Bussottian compositions have the power to capture the precise and exciting aesthetics of the Florentine artist in such a way with continuously recurring emotional clusters [like Ultima Rara]. [The work] is pure emotion, which temporally materializes the steps of the story, a love with Romano Amidei (the voice traverses the dimensions from the polarity of suffering to pleasure). A story that becomes a work of art. Carnality, which has indisputably mystical taste and encloses everything, that smoothes everything and is only interrupted, by a last shout by the admonishing voice: "and never forget this!". It forms indelible and cruel tautologically[3]. It is passionate and sentimental with everything that can be transformed in expression. [It is a] "not with you, not without you" - (this, by the way, runs through all of Bussotti's art, through all his works. His constant and uplifting progress has always been driven by a strong will - and he is never failed). Bussotti and his "circle" demonstrate in this album an example of an artistic conception dedicated to the superhuman endeavor to show things that appear different from what they actually are. And that's what always forces you to desire something (whatever it is) and reject it [at the same time] - from the beginning ... no matter what form and substance it is. When you think about it, it can be the heart of art and its function.

The recordings were done with a very tight microphone-technique. This gives back the timbre of the guitar in all its dynamics and allows full unfolding of the harmonic-pitches as well. All the details are precise and rich in its material. And the presence of the voice, when it appears, does not disturb the balance of the overall sound.

 

Andrea Bedetti

http://www.musicvoice.it/classical-music-time/recensioni-classical-music-time/5224/tributo-alla-fisicita-mistica-di-sylvano-bussotti/

 

 

AA.VV. – Ultima Rara-The Bussotti Circle Contemporary Music for Guitar and Voice

Hans-Jürgen Gerung (chitarra e voce)

CD Gerung-Arts&Music

Giudizio artistico 5/5

Giudizio tecnico 4/5

 

 

 

[1] Hermeneutik = Interpretation of art (music) works and / or texts

[2] Emanation = the emergence of all things from unchanging divine unity  (see Neoplatonists and Gnostics)          

[3] an always true statement whose truth does not depend on the correctness of its individual components

 

 

 

Sie hören / you're listening:

 

Hans-Jürgen Gerung

piano cycle n° 1 (2014)

(for Mai)

1ter Satz

1st movement

 

 

 

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